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Kofun- und Asuka-Zeit: Hügelgräber, Buddhismus, Zentralstaat

In diesen gut vier Jahrhunderten wird aus einem Verbund mächtiger Clans ein Staat mit Kaiser, Gesetzen und Hauptstadt. Der entscheidende Anstoß kam vom Festland: mit dem Buddhismus, der Schrift und dem chinesischen Verwaltungsmodell.

Stand: 18. September 2026 · 4 Min
Großer Buddha in Nara
Großer Buddha in Nara

Die Zeit der Hügelgräber

Ab dem 3. Jahrhundert ließen sich Herrscher in riesigen Grabhügeln bestatten. Die typische Form ist das Schlüssellochgrab (vorne eckig, hinten rund), umgeben von Wassergräben und besetzt mit Tonfiguren (Haniwa) von Kriegern, Pferden und Häusern. Das größte, das dem Kaiser Nintoku zugeschriebene Grab Daisen in Sakai bei Osaka, ist über 480 Meter lang. Die Gräbergruppen von Mozu und Furuichi sind seit 2019 Welterbe. Die meisten großen Gräber werden vom Kaiserlichen Hofamt verwaltet und dürfen nicht ausgegraben werden.

Die Gräber zeigen, dass sich in der Region um das heutige Nara eine Vorherrschaft herausbildete: das Yamato-Reich, ein Bund von Clans (Uji) unter einem Oberkönig (Ōkimi), aus dem das Kaiserhaus hervorging. Yamato unterhielt enge Beziehungen zu den Drei Reichen Koreas (Goguryeo, Baekje, Silla) und war in deren Kriege verwickelt. Über Korea kamen Handwerker, Schreiber und Wissen nach Japan.

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Mitte des 6. Jahrhunderts schickte der König von Baekje eine Buddha-Statue und Sutren an den Yamato-Hof (überliefert sind die Jahre 538 und 552). Die neue Lehre war umstritten: Der Clan der Soga förderte sie, die Mononobe und Nakatomi, die für die traditionellen Kami-Kulte zuständig waren, lehnten sie ab. 587 setzten sich die Soga militärisch durch.

In dieser Zeit regierte die Kaiserin Suiko (ab 592), und ihr Neffe, Prinz Shōtoku (574–622), wird als Regent überliefert. Ihm schreibt die spätere Geschichtsschreibung die „Verfassung in 17 Artikeln“ (604) zu – kein Staatsgrundgesetz im modernen Sinn, sondern ethisch-politische Leitsätze mit buddhistischen und konfuzianischen Gedanken. Er soll auch Gesandtschaften an den chinesischen Sui-Hof geschickt und den Tempel Hōryū-ji gegründet haben. Wie viel davon historisch ist, wird diskutiert; unbestritten ist, dass in dieser Zeit die ersten großen Tempel entstanden.

Die Taika-Reform: Staat nach chinesischem Vorbild

645 stürzten Prinz Naka no Ōe (später Kaiser Tenji) und Nakatomi no Kamatari (Stammvater der Fujiwara) die Soga in einem Putsch. Es folgte die Taika-Reform („Große Veränderung“): Land und Menschen sollten dem Kaiser gehören, verwaltet von Beamten und besteuert nach einem Register. Umgesetzt wurde das über Jahrzehnte. 694 entstand mit Fujiwara-kyō die erste Hauptstadt mit Schachbrett-Grundriss nach chinesischem Vorbild, 701 der Taihō-Kodex mit Straf- und Verwaltungsrecht. In dieser Zeit setzt sich auch der Titel Tennō und der Landesname Nihon („Ursprung der Sonne“) durch.

Bis dahin hatte der Hof bei jedem Herrscherwechsel den Palast verlegt, auch aus religiösen Gründen (Tod galt als verunreinigend). Mit der festen Hauptstadt begann eine neue Phase.

Vor Ort

  • Asuka und Fujiwara (Präfektur Nara): Palastruinen, der Steingrabhügel Ishibutai, das Takamatsuzuka-Grab mit Wandmalereien. Seit 26. Juli 2026 Welterbe, Japans 27. Welterbestätte. Gut mit dem Rad zu erkunden.
  • Hōryū-ji (Ikaruga, Nara): Die Holzbauten gehören zu den ältesten der Welt, die fünfstöckige Pagode ist über 1.300 Jahre alt.
  • Mozu-Gräber (Sakai): am besten von der Aussichtsetage des Rathauses Sakai.

Auf dem Zeitstrahl

Vertiefungen dieser Epoche. Jede Seite hängt am Zeitstrahl.

Quellen: UNESCO World Heritage Centre (Asuka-Fujiwara, Mozu-Furuichi, Hōryū-ji); Nara Prefecture; Agency for Cultural Affairs. Stand: September 2026.

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